Bayerischer Sicherheitsempfänger, Phase II

Robuster E1/E6 Galileo PRS-Empfänger mit integriertem Sicherheitsmodul

 

Das Konsortium hat in den Jahren 2010-2012 im Rahmen des Projektes BaSE erste technische Schlüsseltechnologien für Galileo-PRS-Empfänger entwickelt, eine entsprechende grundlegende Empfänger-Plattform aufgebaut, die Architektur des Security-Moduls untersucht sowie erste kryptographische Funktionen verifiziert.

In BaSE-II soll basierend auf diesen wertvollen Vorarbeiten der erste, alle wesentlichen Komponenten umfassende komplette Galileo-PRS-Empfängerdemonstrator entwickelt und implementiert werden und damit diese Technologie in Deutschland erstmals verfügbar gemacht werden. Wesentliche Schritte beim Erreichen dieses Ziels sind neben der kompletten prototypischen Implementierung, insbesondere die Weiter-entwicklung aller relevanten Komponenten. Darüber hinaus wird die Entwicklung und Integration des Security-/Key-Manangement-Moduls sowie die Realisierung einer externen Schnittstelle zur Einbindung des Empfängers in das PRS-Management angestrebt. So wird die Integration von Empfängerkomponenten, Schlüsselmanagement, und die Entschlüsselung von Signalkomponenten erstmals vollständig implementiert und verifiziert werden.

Es ist geplant, den Galileo PRS-Dienst im hoheitlichen Umfeld sowie in privatwirtschaftlichen Bereichen, die große volkswirtschaftliche Relevanz haben und damit besonders schützenswert sind, einzusetzen. Daher ist für Galileo PRS-Empfänger eine besondere Robustheit der Navigations- und Zeitbestimmung im Hinblick auf Störsignale wie auch auf Täuschsignale anzustreben. Das Projekt BaSE-II wird sich dieser Anforderung annehmen und als ein wesentliches Ziel die Robustheit in der kompletten Signalempfangs- und Verarbeitungskette in Hardware und Software optimieren. Aufbauend auf den Arbeiten in BaSE, die zum Ziel hatten, die wesentlichen Grundfunktionalitäten eines Galileo PRS-Empfängers zu realisieren, werden zur Erreichung der Robustheit in BaSE-II unter anderem technologische Entwicklungen zur leistungsfähigen Störsignalerkennung und -unterdrückung, zur robusten Signalakquisition und -verfolgung, zur Erkennung von getäuschten und fehlerhaften Signalen sowie zur zuverlässigen Positions- und Zeitbestimmung unter Ausschluss aller ungewünschten Signale durchgeführt.

Das PRS-Management umfasst die technischen und organisatorischen Maßnahmen im Lebenszyklus des PRS-Empfängers. Dies betrifft insbesondere die Schlüsselversorgung des Empfängers über verschiedene Wege neben der spezifizierten BBKME, z.B. Dateien auf Datenträgern oder Übertragungswegen wie TETRA. Im BaSE-Projekt wurden Konzeptionen der Sicherheitsarchitektur, Sicherheitsanforderungen und Sicherheitsmaßnahmen entworfen. Die Aufgabe im BaSE-II besteht nun darin, die Schnittstellen zwischen dem PRS-Management und dem BaSE-II-Empfänger zu definieren, je nach Reifegrad der Vorgaben zu spezifizieren und falls zeitlich, technisch und finanziell im Projektrahmen möglich auch prototypisch zu realisieren. Ziel ist es dabei, bereits im Vorfeld der Realisierung des PRS-Managements die erforderlichen Eigenschaften des BaSE-II-Empfängers festzulegen und frühzeitig eine Testmöglichkeit für die Schnittstelle zu schaffen. Weiterhin werden im Themenkomplex PRS-Management die Aufgaben: Kontakte zu PRS-Nutzern, Nutzeranforderungen, nationale und internationale PRS-Schnittstellen, Sicherheitskonzept und Zertifizierung weiter detailliert werden. Zusätzlich werden Untersuchungen bzgl. der Kombination von Galileo PRS und GPS PPS im Sinne eines Dual-System Empfängers durchgeführt.